Das Kihon erstand erst Anfang des 20. Jahrhundert aus der Kata mit dem Einzug des Karatetraining in japanischen Schulen. Es dient dem Erlernen der einzelnen Karatetechniken.

Im sogenannten Gohon Kihon wird jede Technik fünfmal hintereinander ausgeführt. Man läuft vorwärts oder rückwärts in geraden Bahnen. Bei der fünften Technik wird ein Kiai gemacht.
Es wird zwischen verschieden Angriffsstufen unterschieden. Jodan bezeichnet alles auf Kopfhöhe. Generell ist beim Gesicht das Kinn die Zielregion. Im Wettkampf gibt es aber auch für Treffer an der Kopfseite und am Hinterkopf Punkte. Alles im Bauch-/ Brustbereich wird mit chudan bezeichnet. Der Bereich unterhalb der Gürtellinie wird gedan genannt.
Im Anfängertraining gibt es 3 wichtige Dachi. Angriffstechniken werden meist im Zenkutsu-Dachi ausgeführt, wobei das meiste Gewicht (70%) auf dem vorderen Bein liegt.
Bei Blocktechniken steht man meist im Kokutsu-Dachi, wobei 70% auf dem hinteren Bein liegen. Ein weiterer Unterschied ist, dass man bei Zenkutsu-Dachi schulterbreit - eigene Schultern, nicht die von Herkules ;-) - und im Kokutsu-Dachi auf einer Linie steht.
Als Drittes ist noch Kiba-Dachi zu erwähnen, hierbei liegt der Körperschwerpunkt in der Mitte der Beine und die Füße stehen auf einer Linie.
Im Training beginnt man mit einfachen Fausttechniken über Blocktechniken hin zu Fußtechniken.
Kihon ist der erste Bestandteil in Prüfungen. Prüfungen sind natürlich nicht Pflicht, aber praktisch, wenn man mal einen Gürtel haben möchte, der sich von der Farbe des Karate-Anzugs abhebt.
Kihon in Bildern: Grüngurt (6. Kyu) und 1. Braungurt (3. Kyu)
© K. Laube (seit 2000)