Kanku (Okinawa: Kushanku | Funakoshi: Kosokun, Kwanku) bedeutet "Blick zum Himmel" oder "Himmelsschau". Die Bewegung "zum Himmel schauen" wird in der Kanku Dai in der ersten Technik umgesetzt. "Dai" bedeutet "groß" und steht für die großen und starken Bewegungen in der Kata.
In dem Video oben ist Gina Plagemann bei den Landesmeisterschaften 2008 zu sehen.
Merkmale der Kanku Dai sind ständige Veränderungen, Feinde aus 8 Richtungen zu bekämpfen und ständiger Wechsel der Strategie. Damit soll man gleichzeitig schnelle und langsame, starke und schwache Bewegungen sowie Sprünge und Abtauchen, Drehungen unter Ausnutzung der Elastizität des Körpers lernen.
Die Kata enthält mit 3x Mae-Geri, 4x Yoko-Geri und Nidan Tobi-Geri besonders viele Fußtritte. Zwei der Mae-Geri sind durch eine nachfolgende halbe Drehung von besonderer Schwierigkeit. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Drehung mit nachfolgendem Hiza Geri, kurz arettiertem Morote Zuki und Abtauchen da.
Die Kata ist dem Shorin zuzuordnen. Koshokun, ein Gesandter des Ming Kaisers von China, ist wahrscheinlich der Begründer dieser Kata (er war Kempo-Experte). Mehrere Techniken aus ihr verwendete ltosu für die Heian Kata. Kanku Dai war eine der bevorzugten Kata von Funakoshi. Sie ist nicht nur die längste (65 Bewegungen), sondern die typischste Shotokan Kata.
Beim Üben der 1. Bewegung ist darauf zu achten, dass der Blick zuerst nach vorne gerichtet ist und der Kopf und damit der Blick erst den Händen folgt, wenn die Hände auf Kopfhöhe sind. Dies ist im Video oben gut zu sehen.
Weiterlesen: Kanku Sho
Video beim Cambridge University Karate Club (engl.)
Enbusem bei karatehusovice.borec.cz (gez. von A. Pflüger)
Enbusem bei karate-do.de (gez. F. Tartaglia)
Fotos inkl. Fußstellung und Beschreibung von A. Heubeck bei www.karate-online.de
© K. Laube (seit 2000)