Dieser Unterrichtsentwurf wurde im Rahmen der Fachübungsleiter-C Ausbildung 2002 von Katharina Laube erstellt.
Voraussetzungen
| Lernziele
| Sachanalyse
| Methode
| Literatur
| Trainingsplan
Thema: Einführung Bassai Dai
Gruppe: 5. - 3. Kyu
Ort: Cottbus, Turnhalle
Tag / Zeit: Montag, den 15.04.2002 / 19.00 - 20.30 Uhr
Die Gruppe besteht aus ca. 10 motivierten Breitensportlern im Alter von 18 - 25 Jahren, deren Graduierung vom 5. bis 3. Kyu variieren.
Mit dem Erlernen von neuen Bewegungen und Techniken hat die Gruppe keine Schwierigkeiten, da alle schon seit mehreren Jahren regelmäßig - 2 mal in der Woche - zum Training gehen. Keiner der Karateka unterliegt übermäßigen motorischen Einschränkungen.
Das Training findet in einer alten Turnhalle mit Paketboden statt, allerdings gibt es Matten auf denen z.B. Fallübungen ausgeführt werden können. Es ist nicht mit Einschränkungen durch zu niedrige oder zu hohe Raumtemperaturen zu rechnen. Die Gruppe hat einen Trainer, der keinen Assistenten zur Hilfe hat.
Die technischen Voraussetzungen der Gruppe sind das Beherrschen der Kata bis einschließlich Heian Godan sowie das Beherrschen und Verstehen der zugehörigen Techniken. Außerdem können sie alle Techniken, die für das Kihon bis zum 5. Kyu benötigt werden, stark ausführen. Des weiteren besitzen alle Erfahrungen in Fallschule.
2.1 Motorische Lernziele
Die Gruppe soll das Enbusem bis zum 1. Kiai können. Ferner soll sie die bereits bekannten Techniken Soto-Uke und Uchi-Ude-Uke aus der Bewegung stark und die Gyaku-Bewegungen mit Hüfteinsatz ausführen können. Feste Stellungen (Schwerpunkt: Kosa-Dachi) sollen hierbei die starke Technikausführung unterstützen.
2.2 Kognitive Lernziele
Die Karateka sollen die Bedeutung des Namens der Kata ("Festung stürmen") verinnerlichen. Außerdem sollen sie verstehen welche Bedeutung die Ausführung komplexeren Bewegungen wie Gedan Uchi-Ude-Uke und die Kombination beim Fumikomi hat.
2.3 Soziale Lernziele
Bei den Partnerübungen sollen sie lernen, dass sie sowohl dem Partner (Kontrolle der Technik) als auch ihren eigenen Fähigkeiten (Fallschule) vertrauen können. Natürlich muss auch hier der Respekt gegenüber dem Partner vorhanden sein, was allerdings nach mehreren Jahren Karate verinnerlicht ist.
3.1 Vorbemerkung
Uchi-Ude-Uke und Soto-Uke werden mit 45° abgedrehter Hüfte ausgeführt. Die Gyaku-Varianten werden mit eingedrehter (=gerader) Hüfte ausgeführt. Blickwendungen leiten alle Wendungen ein. Jede Ziffer unter 3.4 stellt eine Kombination da. (ZK = Zenkutsu-Dachi, KK = Kokutsu-Dachi)
3.2 Bewegungsbeschreibung des Diagramms
Skizze: Kombinationen der Kata im Diagramm (Bild Anklicken zum Vergrößern) 
3.3 Bewegungsbeschreibung der Anwendungen
Passage 1 (Mae-Geri - Gedan-Uchi-Ude-Uke)
Tori: Mae-Geri (Auslage egal) auf rechte Körperseite von Uke
Uke: aus Yoi (Heisoku-Dachi) eine Drehung um 45° nach rechts und mit dem rechten Arm wie bei Gedan-Barai ausgeholt und mit Gedan Uchi-Ude-Uke geblockt und das Bein von Tori nach oben gehoben, so dass dieser das Gleichgewicht verliert
Kontertechnik frei
Passage 2 (Tsukami-Uke - Kansetsu-Geri)
Tori: Oi-Zuki Jodan (rechts)
Uke: Tsukami-Uke (rechts) und mit der linken Hand die rechte Hand von Tori fixieren und Kansetsu-Geri (in die Seite!) treten, wobei die rechte Hand von Tori verdreht und an den Körper herangezogen wird
3.4 Bewegungsbeschreibung der Bassai-Dai bis zum 1. Kiai
Vorderes Bein umsetzen in ZK und Tsukami-Uke (rechts), d.h. mit dem Ein- und anschließenden Überdrehen der Hüfte wird der rechte Arm unter der linken Hand schräg nach oben geführt (Innenseite zeigt zum Gesicht). Wenn der rechte Handballen auf Höhe der Fingerspitzen der linken Hand ist, wird die rechte Hand gedreht (Außenseite zeigt zum Gesicht) und nach unten gezogen, als wenn man den Arm eines Angreifers greift. Die Fingerspitzen (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) der linken Hand liegen über dem Daumballen der rechten Hand und der Daumen der linken Hand berührt den rechten Unterarm. (siehe Skizze)
Das rechte Knie wird so hoch angerissen, dass es im Dreieck aus den beiden Unterarmen und dem Bauch ist, und ein Kansetsu-Geri getreten. Die Hände werden mit dem Tritt zu Fäusten geballt und vor den Bauch geschlagen. Die Faustrücken zeigen hierbei nach oben, die Seiken zeigen zueinander und befinden sich auf gleicher Höhe. (siehe Skizze)4.1 Erwärmung
Die erste Phase des Trainings dient der Erwärmung von Organen und Muskulatur und Vorbereitung auf kommende Belastungen während des Trainings. Es wird mit einer 10 minütigen allgemeinen Aufwärmung begonnen. Das es sich bei der Gruppe um Erwachsene handelt wir hierfür keine Spielform, sondern eine Bewegungs- oder Laufform gewählt (z.B. Laufen im Kreis mit Armkreisen und Anfersen), gefolgt von einer kurzen Dehnung (besonders Oberschenkelmuskulatur).
Die nächsten 10 min findet ein sportspezifisches Aufwärmen statt. Hierbei werden die benötigten Grundtechniken wie Soto-Uke und Uchi-Ude-Uke zuerst im Stand (Kiba-Dachi) und anschließend in der Bewegung (Kihon inklusive Gyaku-Bewegungen) wiederholt. Gemäß den Prinzipien "vom Bekannten zum Unbekannten" und "vom Einfachem zum Komplexen" handelt es sich hierbei um bekannte Bewegungen, die "einfach" sind, da sie gradlinig nach vorne ausgeführt werden. Weil die Techniken bereits bekannt und "einfach" sind, sind die Bewegungen leicht für die Karateka gemäß "vom Leichten zum Schweren" auszuführen.
4.2 Hauptteil
Es wird die Teillernmethode und ein deduktives Verfahren gewählt. Der Hauptteil beginnt mit einem 30 minütigen Technikteil, indem die Kombination z.T. aus der Drehung im Diagramm erlernt werden sollen. Es kommt speziell auf das Erlernen bekannter Bewegungen aus unbekannten Drehungen an, dadurch nimmt die Komplexität der Bewegung zu und sie ist schwerer für die Karateka auszuführen. Bei der Bewegung um 45° nach rechts handelt es sich zusätzlich um bisher unbekannte Bewegungen (Ausführung der Uchi-Ude-Uke ohne Gegenarm).
Anschließend werden zwei Passagen (1. Wendung mit Gedan-Uchi-Ude-Uke, 2. Tsukami-Uke mit Kansetsu-Geri) mit dem Partner geübt, um ein besseres Verständnis für die Ausführung dieser Bewegungen zu erlangen. Damit wird zugleich die Komplexität der geübten Kombintaion um ein weiteres erhöht.
Für den ersten Teil der Kata fehlt noch die Anfangsbewegung. Diese wird beim Vormachen (wie das Spiegelbild auf die Gruppe zu) erklärt und mit der Gruppe erst langsam und dann stark geübt:
Im darauf folgenden 30 minütigen Konditionsteil wird die Festigkeit und Explosivität der einzelnen Techniken in der Kata geübt. Hierfür werden die Teile zum Enbusem des 1. Teil der Kata zusammengefügt. Das Enbusem ist für die Karateka bisher unbekannt, da es sich um die Einführung der Kata handelt. Es werden die bisher geübten Kombinationen analog zur Bewegungsbeschreibung unter 3.4 mit jeweils 5 Wiederholungen wie folgt aneinander gereiht (Stufenmethode):
4.3 Ausklang/Abwärmen
Zu Beginn des 10 minütigen Abwärmen wird der erste Teil der Kata 2-mal mit geschlossenen Augen gelaufen. Anschließend folgt eine Dehnung und Auslaufen.
Allgemeine Erwärmung und Dehnung (10 min)
Laufen im Kreis
Dehnung: Schwerpunkt Beine (Aufstellung im Kreis)
Sportspezifische Erwärmung (10 min)
Einzeltechniken und Kombination z.B. Soto-Uke / Gyaku-Soto-Uke
Form: Aufstellung im Kreis Kiba-Dachi; Gohon Kihon
Ziel: Bewusster Hüfteinsatz
Diagramm (15 min)
In zwei Reihen versetzt zueinander
Blick beim Shuto-Uke wie in Kata
Erklärungen (15 min)
- Kosa-Dachi (In zwei Reihen versetzt zueinander)
- Mae-Geri/Gedan-Uchi-Uke (Partnerweise)
- Tsukami-Uke und Kansetsu-Geri (Partnerweise)
Ziel: Anwendung mit Partner vorführen und üben lassen
Techniken im Enbusem (30 min)
In zwei Reihen versetzt zueinander:
- Feste Stände (auch Kosa-Dachi)
- Starke Techniken
- Hüfteinsatz
- Explosivität
Bem.: Stände durch Antippen prüfen, Stark zählen, Gürtel beachten, Zuerst 2 Phasen
Ausklang (10 min)
- Kata mit geschlossenen Augen (In zwei Reihen versetzt zueinander)
- Dehnung (Im Kreis / verteilt aufstellen)
- Auslaufen / Lockern (Im Kreis laufen)
- Dehnung jeder für sich
© K. Laube (seit 2000)