Es ist Samstag, den 09.06.2001 kurz vor 11 Uhr und vor dem Dojo in der Schillerstraße warten jede Menge Karateka auf ihre erste Trainingseinheit. Das Kumite-Training findet in dem mit Spiegeln und Tatamis (=Matten) ausgelegtem Dojo bei Rayk Freitag statt. In der Turnhalle gegenüber ist gleichzeitig das Kata-Training bei Peter Ludwig. Das Training wird aus der Sicht der Kinder und der Erwachsenen beschrieben.
Texte: John-Phillip Simon (11 J.), Erik Tomaschewski (10 J.) und Stella Pflock (10 J.)
Kata
Peter Ludwig ist ein guter Trainer. Er hat uns gut trainiert. Er hat ein paar Witze gemacht. Er hat
den 2. Dan. Er ist nicht streng. Er ist auf Kata spezialisiert. Wir haben Heian Nidan und Heian
Sandan gemacht. In der nächste Trainingseinheit haben wir Bassai Dai und Heian Godan gelernt.
Kumite
Rayk Freitag ist ein strenger Trainer. Er hat den 3. Dan. Er hat zwischendurch Witze gemacht. Er ist
auf Kumite spezialisiert. In der 1. Trainingseinheit haben wir Fußtritte wie z.B. Mawashi Geri, Ura
Mawashi Geri und Mae Geri geübt. Dann haben wir Selbstverteidigung gemacht. Es hat Spaß
gemacht.
Kata
Nach der Aufwärmung beginnt das eigentliche Training mit Jion und geht mit Empi weiter. Die Katas
werden zuerst langsam im Ablauf und dann stark (im Orginal-Rhythmus) immer einige Kombinationen
weiter geübt. P. Ludwig zeigt an einigen Stellen unterschiedlichen Varianten der Ausführung, möchte
aber, dass jeder die Variante macht, die er in seinem eigenen Dojo gelernt hat. Dennoch weist er auf
die Tendenz hin, zu welcher Variante es in der Zukunft kommt und bezieht sich hierbei auf den
Kata-Bundestrainer E. Karamitsos.
In der Trainingseinheit am Nachmittag folgten drei höhere Katas (u.a. Sochin).
Eigentlich ist es eher ungewöhnlich, dass mehrere Katas bei einem Kader-Training geübt werden. Normalerweise übt man nur einzelne Kombinationen einer bestimmten Kata bis ins Detail. Aber in Hinblick auf die unmittelbar bevorstehenden Deutschen Meisterschaften (Einzel und Team), war es eine gute Vorbereitung.
Zur Erinnerung: Im Kata gibt es seit diesem Jahr Flaggen-System, d.h. diejenigen, die das Finale erreichen wollen, müssen fünf verschiedene Katas beherrschen. Die Team zusätzlich die Bunkai der Final-Kata.
Kumite
Die erste Kumite-Einheit der Mädchen beginnt mit dem für R. Freitag typischem warm-up. Er legt
wert darauf, dass man das Aufwärmen schon mit dem erlernen von Techniken verbindet. In diesem Fall
ging es um die Gyaku-Bewegung (= Gegen-Bewegung) der Hüfte.
Er beginnt das eigentliche Training mit Fußtechniken, da man sich am Anfang des Trainings besser auf
deren Ausführung konzentrieren kann und nicht schon am Ende seiner Kräfte ist. Kontakt und Fahrkarten
sind hierbei zu vermeiden. Zuerst nur Fußtechniken mit dem vorderen Bein am stehendem und später
bewegtem Partner. Nach einer Dehnungsphase geht das Gleiche mit dem hinteren Bein weiter.
In der Nachmittags-Trainingseinheit werden spezielle Kombinationen aus Fuß- und Armtechniken geübt. Hierbei werden Step-Bewegungen (=Vorsetzen des vorderen Beines) und Schritt-Bewegungen (=Heransetzen des hinteren Beines) verbunden.
Zum Schluß gibt es noch ein paar Konditionsübungen wie z.B. mit Step-Mawashi, Step-Ura-Mawashi und Dreier-Fußkombinationen von einer Dojowand zur anderen.
Fundstücke: Ein Paar weiße Faustschützer wurden vergessen. Wer sich angesprochen fühlt und mir die Marke und Größe nennen kann: Bitte Mail schreiben!
© K. Laube (seit 2000)